Das Auge Gottes

Die Huichol in Neumexiko glauben, daß die Vögel, und unter ihnen wiederum besonders die Adler und Falken, alles sehen. Von ihnen erfahren die Medizinmänner alles, was gesagt wird, auch unter der Erde. Auch der Schlange wird ein geheimes Wissen nachgesagt, nicht nur in der Paradieseserzählung, sondern auch bei den Chinesen. Die Gabe vieler Insekten, Vögel und anderer Tiere, das Wetter vorauszufühlen und anzuzeigen, mag einer der Gründe dafür sein, daß man diesen Tieren bei verschiedenen Völkern eine prophetische Hellsicht zuschreibt. Damit dürfte die eigentliche Struktur dieser besonderen Form der Allwissenheit wohl hinlänglich geklärt und umrissen sein. Wir haben es hier mit einer Allwissenheit zu tun, die in den Bereich der Magie und Mantik gehört, einer Allwissenheit, die dazu bestimmt ist, zu handeln, zu weissagen und vorzusorgen, und deshalb der Weisheit des Schöpfergottes verwandt ist, verwandt auch der Sehergabe der Geister, der schöpferischen Weisheit des Gottkönigs, der thaumaturgischen Fähigkeit des Schamanen und der inspirierten Hellsicht des Dichterpropheten. Jedoch außer dieser Allwissenheit magischen und orakelhaften Typs gibt es noch eine andere, der nicht so sehr das Tun, als vielmehr das Sehen, Beobachten, Überwachen obliegt, und die sich nicht so sehr der Vorhersage von Ereignissen widmet als vielmehr der Beurteilung solcher, die stattgefunden haben.

Aus Internetloge

ojo de dios

Sie haben eine schöne Tradition: Wenn ein Kind geboren wird, bastelt ihm sein Vater einen Glücksbringer, das „Auge Gottes“. Das Auge Gottes ist eine einfache, aber sehr hübsche Flechtarbeit aus bunter Wolle. Bis zum fünften Geburtstag des Kindes kommt jedes Jahr eine Farbe hinzu.

Du brauchst: Wollfäden in verschiedenen Farben, zwei Stäbe von 15 bis 20 cm Länge, dünnen Draht, eine Schere, Klebe und vier farbige Perlen

Zuerst legst du die beiden Stäbe in ihrer Mitte über Kreuz und befestigst sie mit dem Draht aneinander. Du kannst allerdings auch Klebstoff benutzen. Nun knotest du den ersten Wollfaden mit einem Ende an der Mitte des Kreuzes fest.

Jetzt schlingst du deinen Faden fest um den ersten Stab, dann um den zweiten, den dritten und den vierten – und wieder von vorn. Das kannst du machen, bis du am Ende des Fadens angelangt bist.

Ein Huichol-Indianer-Papa würde jetzt ein Jahr lang Pause machen, aber du musst natürlich nicht so lange warten. Du knotest einfach einen zweiten Faden in einer anderen Farbe am ersten fest und machst weiter. Wenn du fünf oder sechs verschiedene Farben benutzt hast, ist langsam kein Platz mehr an den Stäben. Nun klebst du an jedes Ende eine bunte Perle – fertig ist der Glücksbringer. Du kannst ihn über dein Bett hängen oder einem anderen lieben Menschen schenken.

Aus Labbe

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