Krebszellen mögen keine Schokolade

Etwa 4,5 Millionen Deutsche leiden an Krebs. Jedes Jahr erkranken 206 000 Frauen und 218 000 Männer neu an einem Tumor.
Die genauen Ursachen? Darüber sind sich die Experten noch nicht einig. Eins aber steht fest: Mit der richtigen Ernährung lässt sich das Krebsrisiko deutlich senken. „Das bestätigen die neuesten Auswertungen von 7000 Studien durch den Weltkrebsforschungsfonds“, sagt Professor Dr. Michael Hamm, Ernährungswissenschaftler an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg.
• Wie beeinflusst die Ernährung das Risiko?

Professor Hans Hauner, Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München: „Gesunde Ernährung kann das Krebsrisiko um rund 30 Prozent senken.“

• Welche Lebensmittel wirken sich wie aus?

Annika Steffen, Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam: „Relativ gesichert ist, dass viel Obst und Gemüse das Risiko für Krebsarten im oberen Verdauungstrakt senken kann. Und Ballaststoffe aus Getreide können das Darmkrebsrisiko mindern.“

Schutzstoffe in Schokolade sollen die Vermehrung von Brustkrebszellen verhindern

• Was soll man essen?

Professor Dr. Hamm (Autor von „Gib Krebs keine Chance“, Knaur): „Jedes Lebensmittel hat sein eigenes Nährstoff- und Schutzprofil. Der Mix und die Vielfalt an Lebensmitteln macht es, sie unterstützen und verstärken sich gegenseitig.“

• Was darf auf keinen Fall fehlen?

Professor Hamm: „Überwiegend Pflanzliches. Essen Sie sich satt nach den Ampelfarben: Rote Beeren, grüner Salat, Zitrusfrüchte. Der Weltkrebsforschungsfond empfiehlt unter anderem jeden Tag 600 Gramm von nicht stärkehaltigem Gemüse wie Brokkoli oder Karotten und Obst, verteilt auf mindestens fünf Portionen pro Tag.“

• Wo sollte ich mich zügeln?
Professor Hamm: „Bei den Lebensmitteln, die sehr kalorienreich sind und viel Fett, Zucker und Stärke haben. So haben 100 geröstete Erdnüsse 585 Kilokalorien, 100 Gramm Brokkoli nur 28. Trinken Sie auch möglichst wenig Alkohol und dafür viel Wasser.“

• Warum sind Ballaststoffe gesund?
Professor Hauner: „Ballaststoffe verbessern die Verdauung. Die Nahrung wird schneller ausgeschieden. So haben krebserregende Stoffe (Toxine) weniger Zeit, die Darmwand anzugreifen.“

• Was ist mit Fleisch?

Professor Hauner: „Wir essen zu viel – pro Kopf 80 Kilo pro Jahr! Weniger rotes Fleisch wäre gut (Rind, Schwein, Schaf). Das enthält zum Beispiel die ungünstige Arachidonsäure und viele gesättigte Fette. Besser: zwei- bis viermal pro Woche 100 bis 150 Gramm mageres Fleisch, mehr weißes Fleisch (Geflügel) oder Fisch. Auf Gepökeltes oder Geräuchertes eher verzichten.“

• Warum soll Salz Magenkrebs fördern?

Dr. Gudrun Zürcher, Ernährungsmedizinerin am Universitätsklinikum Freiburg: „Die Magenschleimhaut wird angegriffen und krebserregende Stoffe durchdringen sie besser. Daher: Maximal 6 Gramm Kochsalz am Tag.“
• Was ist mit Alkohol?
Professor Hauner: „Alkohol ist das gefährlichste Genussmittel, verantwortlich für Leber-, Speiseröhren- und Kehlkopfkrebs. Wer als Frau täglich 10 Gramm Alkohol trinkt (ein Bier), erhöht das Brustkrebsrisiko um 8 Prozent.“

• Was hilft zusätzlich bei der Vorbeugung?

Professor Hauner: „Den stärksten Effekt hat das Körpergewicht. Bei Übergewichtigen ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöht, an Dickdarmkrebs oder einem Mammakarzinom sogar deutlich erhöht.“

• Können Vitamin- Tabletten Obst ersetzen?

Professor Hauner: „Nein. Entweder es gibt gar keinen gesundheitsfördernden Effekt oder sogar einen negativen. So ist bei Rauchern, die das Vitamin Beta-Carotin über längere Zeit eingenommen haben, die Rate an Lungenkrebsfällen angestiegen.“
Auf :Bild.de

Share

Hinterlass eine Antwort