Aikido Lehren, eine Aiki Perspektive

„Die Lehre ist die einzige große Beschäftigung des Menschen, für die wir noch keine Werkzeuge entwickelt haben, die eine durchschnittliche Person in die Lage der Kompetenz und Leistung bringt. In der Lehre setzen wir auf die „Naturtalente“, diejenigen, die irgendwie wissen, wie man unterrichtet„. Diese mehr als treffende Beschreibung von Peter Drucker, wie wir „einen Anderen dazu bringen, etwas zu wissen„, beschreibt, aus meiner Sicht, das Phänomen des Lehrens wie kein anderes. Mit anderen Worten, wir schulden es uns selbst ständig die besten verfügbaren Lehrer in den Arenen unserer aufrichtigsten und leidenschaftlichsten Interessen zu identifizieren, zu lokalisieren und uns dazu zu verpflichten. Wir können uns nicht leisten, uns mit weniger zu begnügen, in Bezug auf die endlich Zeit die zu maximieren ist, die Kosten einer hohen Energieabgabe, die Notwendigkeit für die konsequente und engagierte Arbeit, und demütig zu erkennen, dass die Ressourcen wertvoll und selten, und nie garantiert sind. Dies ist sicherlich richtig, wenn es darum geht, unsere Mentoren, und unsere Lehrer auszusuchen. Wir müssen alles tun, um sie zu finden und uns verpflichten, durch ihre bewährten Beispielen zu wachsen .

Ist es wirklich eine Folge, dass der hochwirksame Unterricht nur aus der Zeit intensiver Akkumulation von beeindruckenden Reserven von Wissen und Erfahrung entsteht? Müssen wir nur „anerkannte Meister „von einem gewissen esoterischen und faszinierenden Körper des Wissens und Tradition suchen, unter dessen Anleitung wir die besten Chancen haben zu wachsen? Oder wollen wir es wagen, vor allem uns selbst zu lehren, durch Gebrauch und Freilegung unseres Kopfes, Körper und Geist von den gleichen Ressourcen und Erfahrungen, die erfolgreich  von anerkannten Meistern aus der Vergangenheit eingesetzt wurden? Haben wir vernünftiger Weise genug Zeit und Ressourcen, um vielleicht eine funktionierende Kombination der oben genannten zu finden?

Dann ist die Frage da „Was“ zu lehren. Konzentrieren wir uns hauptsächlich auf einige Geschicklichkeit, und die damit verbundene Anhäufung von Techniken und bewährten Anwendungen von einem gewissen System von Kraft und Leistung? Sind wir mehr am Nachlesen und die“Weisheit“ von Philosophen aus ihren Philosophien zu Extrahieren interessiert und in der Zeit, Tradition und Mystik verankert, um dann 
als „Rattenfänger“ für die Verlorenen, die Ziellosen, und nicht Engagiertenen zu handeln? Oder sind wir darauf bedacht „Experten“ in irgendeinem bewährten System zu werden, und dann wahrscheinlich Schüler anzuziehen und zu unterweisen, ohne Rücksicht auf was sie wahrlich individuell benötigen und / oder in der Lage sind, in ihrer eigenen Suche nach Sinn und Erfüllung einzubeziehen und zu assimilieren? Mit anderen Worten, versuchen wir nur das Aikido das wir können und in dem wir uns auskennen, zu lehren, oder sind wir ehrlich daran interessiert zu sehen, wie sehr unser relativ bescheidener Vorrat an Wissen die Mehrheit unserer Studenten beeinflussen kann und dass sie davon profitieren können und ihre einzigartige individuelle Suche und Entdeckung der eigenen Formen des Aikido zu finden.

Versuchen wir dann aufrichtig, ernsthafte Studenten zu identifizieren, die ein ehrliches Interesse an dem was wir zu bieten haben, und bereit sind die erforderliche Zeit, Mühe und Energie zu investieren, um tatsächlich die gelernten Lektionen zu schätzen, zu erwerben und anzuwenden? Oder wiederholen wir einfach und unbewusst die Lektionen, die wir bisher gelernt haben, ohne dem Vorteil sorgfältiger Prüfung und Kritik, oder die progressive Besserung von früher gelernten Lektionen, oder sind wir sogar verantwortlich für den Wert, Integrität, Aktualität und Angemessenheit, von dem was wir aktiv lehren?

Jeder, der nicht in der Lage ist zu Lernen hat die Lehre aufgenommen„. Dieses Beispiel für den sardonischen Witz des unsterblichen Oscar Wilde ist wahrer als es scheint. Das eher unelegante Metapher des Versuches gleichzeitig zu sprechen und zu denken kommt in den Sinn, mit dem Dilemma zu entscheiden, was zuerst passieren sollte.

Wie kann man, in Wahrheit, vernünftigerweise „lehren“, was man nicht vorher „Gelernt“  hat. Sicherlich können wir bestätigen, dass wir möglicherweise kein Wasser aus einem ungefüllt Behälter pumpen können, oder Milch aus einem so leeren Krug, wie die Kessel der gesammelten Weisheit und guten Absichten von unseren gewählten Politiker, gießen können. Dann, können wir uns natürlich an die sarkastischen und gleichermaßen lächerlichen Ermahnungen erinnern, dass „diejenigen, die können, tun, und diejenigen, die nicht können, lehren„. Wenn es überhaupt stimmt, bin ich hier fertig. Wir sehen uns im nächsten Leben.

Es ist meine tiefe Überzeugung, dass die Macht und das Versprechen von Leistung und Erfüllung in jedem Menschen wohnt. Wie der große Michelangelo und seine berühmte Statue „David“, wovon er freimütig zugab, dass sein Thema bereits innerhalb dieses herrlichen Stückes Stein existierte. Der große Künstler räumte demütig ein, dass seine  Arbeit bloss das Entfernen derjenigen Stücke, welche nicht passten, war. Große Lehrer von heute können nicht mehr tun, sondern sich bemühen, nicht weniger tun..

Ein wahrer Lehrer ist in der Tat mit der Aufgabe betraut die Hindernisse zu entfernen, die arbeiten um den wahren Schüler am Emporkommen verhindern. Es ist dann die edle Pflicht des aufrichtigen und engagierten Studenten zu lehren und sich selbst entsprechend zu inspirieren.

Der banale Akt der bloßen Geschicklichkeit und Technik des Unterrichts, ist niemals die alleinige Rolle des so genannten Lehrers. Sicherlich, gibt es unendlich viele andere Wege und Mittel für die ehrgeizigen und aufgeschlossenen Schüler vergleichbare Kenntnisse zu erwerben, sowie wirklich erstaunliche Kompetenz zu entwickeln. Als gut gemeinter Lehrer, müssen wir die Bedürfnisse und den einzigartigen Charakter eines jeden Schülers akzeptieren und über alle Fähigkeiten, „Wahrheiten“, oder Wissen, die wir vermitteln wollen trumpfen. In Wirklichkeit sind wir mehr „Diener der Flamme“ der Selbstentdeckung der Studenten, anstatt das Gehirn einer neuen Generation von Wunderkindern zu sein.

Aikido, wie jedes andere bekannte, gültige und lohnende Studium und Forschung, kann nicht besonders einzigartig oder ausserordentlich wichtig in seinem Ursprung, oder in seiner Geschichte und Traditionen sein. Wir können nur lehren, was wir in der Lage sind zu begreifen, und nur diejenigen Studenten, die willig genug sind, uns das Privileg zu erlauben. Wir müssen immer bereit sein, gewillt und fähig den Inhalt unserer eigenen Krüge zu ergänzen und nachhaltig zu steigern, um ständig und konsequent unser anerkannt endlichen Bereich von Wissen, Kompetenz und nutzbare Erfahrung auszubauen, nicht nur für uns, sondern für die engagierten Studenten des Aikidos von Ueshiba jetzt, und für die absehbare Zukunft.

O-Sensei lehrte immer, dass wir uns letztlich selbst lehren. Wir müssen seinem Beispiel folgen. Und seinem Erbe müssen nacheifern. Und unsere Entschlossenheit es zu versuchen.

Francis  Y Takahashi
Übersetzung Carina

Aus: Aikido Academy USA

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