Kategorie Japan

Japan: Manga-Mädchen sollen Tempel-Besucher anlocken

Offenbar hat man in Japan dasselbe Problem, wie die deutschen Geistlichen es auch kennen: Immer weniger junge Leute gehen in die Kirche, weil sie keinen Bezug dazu haben, oder es schlichtweg „uncool“ finden. Allerdings haben die Japaner uns in diesem Fall eine andere Sache weit voraus, denn egal ob Jung oder Alt – im Land des Lächelns stehen alle auf die bunten Mangas und ihre Helden.

Genau da setzt ein Tempel im Vorort Tokyos nun an, und macht sich die Liebe der Japaner zu den bunten Comicfiguren zu Nutze. Der buddhistische Tempel aus dem 16. Jahrhundert hat nun auch ein Café eröffnet, in dem die Kellnerinnen wie Figuren aus Mangas und Animes aussehen. In Dienstmädchen-Uniform und mit Katzenohren ausgestattet bedienen die jungen Mädchen dort die Besucher...
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Kandierte Kastanien im Kimono knabbern

Der Shogun Ieyasu hatte eine Heidenangst vor Attentätern; vermutlich zu Recht, denn seine Feinde waren zahl- und listenreich und die Klingen in Japan bereits vor vierhundert Jahren sashimimesserscharf geschliffen. Die Korridore seiner Residenz in Kyoto ließ der Shogun deshalb mit einem „Nachtigallenfußboden“ auslegen; Holzdielen, die mit eisernen Krampen so befestigt waren, dass jeder Schritt ein zartes Piepsen hervorrief; nicht gerade das Tirilieren einer Nachtigall, eher das Gewisper eines Starenschwarms. Doch in der Nacht, wenn alle den Schnabel hielten, waren die Gemächer des Ninumaro-Palasts von einem perfekten Warnsystem umgeben...

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Die Märcheninsel

In Japan weiß es jeder: Auf Yakushima lebt das Schneewittchen des Ostens. Einfach zauberhaft.
Märchenwälder, wie man sie von den Gebrüdern Grimm kennt, gibt es kaum noch in Europa: mystisch verwachsen, mit uralten Bäumen, wabernden Bodennebeln, von Wurzeln überwucherten Wegen und Teichen, über denen Schmetterlinge flattern, groß wie Untertassen.
In Japan schon, genauer gesagt auf der Insel Yakushima, einem grünen Klops, der unter dem südlichen Zipfel Japans im Meer liegt. Die verwunschenen Wälder, die fast die ganze Insel bedecken, kennt in Japan jeder, weil sie als Vorlage für einen der berühmtesten Zeichentrick-Märchenfilme Japans dienten: Prinzessin Mononoke. Diese Prinzessin ist nicht ganz so alt wie Aschenputtel oder Schneewittchen, aber in Japan ebenso berühmt...

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Toshiba Dynario: In Japan kommt Strom in Zukunft aus der Flasche

Toshiba bietet mit dem Dynario jetzt erstmals einen tragbaren Stromerzeuger auf Brennstoffzellen-Basis an. Aus einem Methanol-Spezialgemisch erzeugt die Brennstoffzelle Energie, die zunächst den internen Akku auflädt. Über einen USB-Anschluss gibt er die Energie dann an mobile Geräte wie Handys oder MP3-Player weiter. Zum Marktstart verkauft Toshiba das Gerät nur in seinem japanischen Webshop. Dort kostet das Dynario 29.800 Yen, umgerechnet 220 Euro.

Die Auslieferung ist für den 29. Oktober angekündigt.Das Kraftwerk für die Westentasche ist mit einer Größe von 150x21x74.5 Millimetern und einem Gewicht von 280 Gramm zwar recht handlich, im laufenden Betrieb jedoch nicht preiswert...
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Das blaue Wunder

Genforscher optimieren die bunte Vielfalt der Schnittblumen. Ihr Ziel: robuste Ziergewächse mit neuen Farben und Düften. Mit der blauen Rose präsentieren sie nun ihr erstes Meisterstück.Sie ist das Symbol für das Unerreichbare. In China steht sie für die reine Liebe. Auch Rudyard Kipling reimte ihr zu Ehren: Im Gedicht „Blue Roses“ schickt die Geliebte ihren Verehrer auf Schnittblumensuche.
„Lief die Welt durch bis ans End, wo ich solche Blumen fänd“, dichtete der englische Schriftsteller. Die Angebetete war längst verblichen, als der Verehrer von seiner Blumen-Odyssee zurückkehrte – mit leeren Händen. Kein Wunder: Bis vor kurzem galt die Schöpfung der blauen Rose als unmöglich.
Nun jedoch dürfen alle Rosenkavaliere hoffen: Der japanische Konzern Suntory – bislang vor allem als ...

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Hachiko

Hachikō wurde am 10. November 1923 in Odate in der Präfektur Akita geboren. 1924 nahm ihn sein Besitzer, der Universitätsprofessor Hidesaburō Ueno, mit nach Tokio. Von da an holte der Hund jeden Tag sein Herrchen vom Bahnhof Shibuya ab.
Als der Professor im Mai 1925 starb, zog seine Witwe aus Tokio fort. Hachikō wurde zu in der Stadt lebenden Verwandten gegeben, riss jedoch von dort aus und kam weiterhin jeden Tag zu einer festen Zeit zum Bahnhof, um auf sein Herrchen zu warten. Schließlich übernahm Kikuzaburo Kobayashi, der frühere Gärtner von Professor Ueno, der in der Nähe des Bahnhofs wohnte, Hachikōs Pflege.
Während Hachikō in den ersten Jahren auf dem Bahnhofsgelände eher als Störenfried betrachtet und nur stillschweigend geduldet wurde, richtete ihm 1928 ein neuer Bahnhof...

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Der Prius hat Vorrang

Akihiko Otsuka ist zufrieden. Viereinhalb Jahre hat der Chefingenieur an der dritten Auflage des Prius gearbeitet. Nun erweist sich das Hybrid-Fahrzeug für Toyota, den größten Autobauer der Welt, als Lichtblick in der Krise. Seit der ersten Produktvorstellung im Mai hat Toyota schon mehr als 120000 Fahrzeuge verkauft – mehr als ein Zehntel des Absatzes des Vorgängermodells. Die Wartezeit in Japan beträgt mehr als acht Monate, obwohl Toyota im Monat 50.000 Stück baut.
Die Freude über diesen Erfolg ist dem 46 Jahre alten Otsuka beim Gespräch in der Firmenzentrale anzusehen. Er ist stolz, als Chefingenieur für das Vorzeigeauto des Konzerns verantwortlich zu sein. „Ehrlich gesagt, war ich früher neidisch auf die Kollegen, die den Prius entwickeln durften“, sagt Otsuka...

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Japan hat Land zu verschenken – kaum einer will es

Im äussersten Nordosten Japans locken die Behörden Neusiedler mit Gratisgrundstücken an. Anders lässt sich die Infrastruktur nicht halten.
Noch sind nicht alle Kisten ausgepackt, Osamu und Eiko Tanida haben ihr neues Haus am Ende der Welt eben erst bezogen. Aber die Lokalzeitung hat bereits über sie berichtet, und auf dem Küchentisch liegt ein Willkommensgruss des Städtchens.
Ein kalter Wind bläst Osamu staubfeinen Regen ins Gesicht, während der 73-jährige pensionierte Lehrer den ersten Grosseinkauf aus seinem Toyota Prius lädt, Säfte, Gemüse, eine Kiste Tomaten. Eiko füllt den Eisschrank zum ersten Mal. Es ist kalt, und das im Juli.Shibetsu liegt am Ochotskischen Meer im äussersten Nordosten Japans...

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Wie werde ich so alt wie ein Japaner? 3.Teil

Geheimnis 4: Hygiene

Der Japaner nimmt es mit der Hygiene sehr genau, er fürchtet wenig so sehr wie Schweiß, Schmutz, Staub und Infektionen
»Bitte duschen Sie zweimal« (Hinweis für Touristen in einem öffentlichen Bad in Tokio) Sollten Sie mal in einem Ryokan, also einem traditionellen Landgasthof, eine Nacht verbringen, werden Sie das spätestens an der Kleiderordnung bemerken. Ihre Straßenschuhe tauschen Sie am Eingang gegen ein Paar Binsenlatschen, das Sie beim Betreten des Zimmers vor der Tür stehen lassen. Drinnen legen Sie die Straßenkleidung ab und tauschen sie gegen den Yucata, eine Art Kimono mit meterlangem Gürtel. Wollen Sie Ihr Bad vom Zimmer aus betreten, wartet ein neues Latschenpaar auf Sie.

Mit den Im-Hotel-erlaubt-Latschen dürfen Sie zum Onsen...

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Wie werde ich so alt wie ein Japaner? 2.Teil

Geheimnis 2: Spiritualität

Das tut gut: Tokios ranghöchster buddhistischer Mönch rät zur Konzentration auf sich selbst
»Wenn der Geist gerade sitzt, dann sitzt auch der Körper gerade« (buddhistische Weisheit) Die Menschen verneigen sich, wenn sie Kosho Shimizudani begegnen. Er ist Tokios ranghöchster buddhistischer Mönch, und man trifft ihn normalerweise auf dem Gelände des Senso-ji-Tempels im alten Stadtteil Asakusa, dem heiligsten Ort in der japanischen Hauptstadt.

Heute sind viele Schulklassen hier. Die Kinder laufen zum Joukoro, dem Weihrauchbrenner, einer Art Riesenkessel. Sie fächeln sich den Rauch zu, der Gesundheit verspricht. Shimizudani geht zu den Kindern...

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